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CFLS – Location, die 2.

Bevor wir mit der Auflösung beginnen konnten, besichtigten wir die heruntergekommene Ziegelei mit unserem Kameramann Alexander Sachs. Alex fand die Location auch gut, meinte aber, er wüsste eventuell eine Fabrikhalle, die noch besser geeignet sei.

Ein Freund von ihm wohnte in einem Teil einer stillgelegten Fabrik, die auch teilweise als Ateliers von Künstlern genutzt wurde. Wir fuhren direkt von der Ziegelei dorthin, denn die Fabrik war in Okriftel, also fast auf dem Weg von der Ziegelei zurück nach Frankfurt. Alex’ Freund empfing uns herzlich in seiner Wohnung in der Fabrik. Er hatte nicht nur besagte Wohnung in der Fabrik gemietet, sondern auch noch eine Halle, die er als Drehort für uns für geeignet hielt.

eine bessere Location kurz vor dem 1. Drehtag

Als wir diese Halle betraten, war klar, dass die Ziegelei gestorben war.

Das war nicht nur eine visuell interessante Location, hier war auch die Infrastruktur gegeben, die wir brauchten. (Zumindest dachten wir das.) Um die Halle zu erreichen, in der wir drehen wollten, musste man durch eine Ateliergemeinschaft gehen. Von dort würden wir auch Strom bekommen, unseren Aufenthaltsraum einrichten und die Toilette benutzen können – alles kein Problem, sagte unser Motivgeber, er würde das mit den Künstlern aus der Ateliergemeinschaft regeln, sie seien ja schließlich Nachbarn und Freunde.

Geplant waren zwei Drehnächte. Wir würden also niemanden stören, denn – so dachten wir – die Ateliers würden nachts leer sein.
Am ersten Drehtag erwartete uns dann jedoch die erste Überraschung, als einer der Künstler nur 3 Stunden nach unserer Ankunft fragte, wann wir fertig seien. Als wir ihm eröffneten, dass wir 2 Nächte durchdrehen würden, war er nicht nur überrascht, sondern schockiert. Erstens hatte er davon nichts gewusst und zweitens benutzten einige der Künstler ihre Ateliers auch als Schlafplatz, fühlten sich also durch unser nächtliches Arbeiten massiv gestört.

Motivgeber und ‚Motivgeber‘

Die Diskussionen darüber, was nun zu tun sein, zog sich noch über Stunden hin. Mir blieben sie zum Glück erspart, unser Producer verhandelte eisern mit den Künstlern. Drohungen uns den Strom abzuschalten, standen zeitweise im Raum, doch schließlich konnte eine Einigung gefunden werden, indem wir für die Nutzung des Aufenthaltsraumes und der Toilette bezahlten.

Hätten wir direkt mit den Künstlern gesprochen, hätten wir alle Missverständnisse und böses Blut vermeiden können. Die Künstler waren – zurecht – sehr sauer. Jedoch zu Unrecht nur auf uns. Uns war versichert worden, das sei alles kein Problem, niemand würde sich gestört fühlen, es würden keine Kosten anfallen.

Die ganze Situation war nicht nur extrem ärgerlich und stressig, sondern auch absolut vermeidbar. Wir hatten uns auf das Wort des Motivgebers verlassen, einen Mann, den wir nicht kannten. Ein Fehler, den wir wohl so schnell nicht wiederholen werden – wenn überhaupt. Direkte Absprachen, am besten schriftlich, wenigstens eine Bestätigung per Mail; soviel Bürokratie sollte man sich leisten, um nicht Gefahr zu laufen, vom Drehort zu fliegen oder verbrannte Erde zu hinterlassen.

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