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CFLS – kalte Drehtage

Der erste Drehtag meines ersten (richtigen) Kurzfilms. Was für eine Aufregung!

Natürlich konnte ich nächtelang vorher nicht schlafen; obwohl es so nötig gewesen wäre. Schon mittags fuhren wir zum Drehort, um vorzubereiten, vielleicht noch das ein oder andere einzukaufen und Brötchen zu schmieren. Am frühen Nachmittag kamen dann nach und nach Crew und Cast und je mehr Leute da waren, um so nervöser wurde ich. Eigentlich hatte CFLS ein kleines Projekt werden sollen. Kleines Team, wenig Darsteller. Doch nun waren wir fast 20 Leute am Set und ich wäre am liebsten wieder nach Hause gefahren. Aber irgendwie doch nicht.

Lampenfieber

Zum Glück war ich gut vorbereitet. Ich hatte nicht nur meine Shotliste, sondern auch einen Plan, in welcher Reihenfolge wir drehen sollten. Jede Frage, die während dem Dreh auf mich einstürmte, wurde prompt beantwortet, denn irgendwann in der Vorbereitung hatte ich mit irgendwem schon mal darüber gesprochen, mir dazu Gedanken oder Notizen gemacht. Trotzdem befürchtete ich, dass jeden Moment eine Entscheidung auf mich zukommen würde, die ich nicht aus dem Stehgreif treffen konnte.

Während Kamera und Licht eingerichtet wurden, wollte ich mit den Darstellern proben. Und sobald ich das erste Wort gesagt hatte, lief alles wie von selbst. Ich vergaß völlig die Angst, die Stimme, die bis dahin in meinem Kopf geklungen hatte: „Du kannst das nicht. Das ist zu groß. Das ist zuviel.“ Alle Zweifel waren weg. Es gab nur noch das Machen im Jetzt. Und so gingen die Stunden vorbei im gleichen Muster: Ich sprach mit Kameramann Alex Sachs ab, welche Kameraposition als nächstes gedreht werden sollte. Ich erklärte den Darstellern ihre Wege. Wir probten, während Licht und Kamera eingerichtet wurden. Wir drehten die Einstellung. Dann alles wieder von vorne. Einziges Problem war nun nur noch die Kälte und viel später die Müdigkeit. Wir fingen mit einiger Verspätung an zu drehen, kamen aber gut durch. Bei Sonnenaufgang war für den ersten Drehtag Schluss.

der 2. Drehtag

Am zweiten Drehtag freute ich mich richtig, als ich ans Set fuhr. Keine Zweifel, keine Nervosität. Wir drehten als erstes die Einstellung mit der Steadycam und es dauerte ewig, bis das Ding überhaupt eingerichtet war. Doch es lohnte sich. Die Einstellung wurde großartig.

Danach mussten wir sofort die Einstellung drehen, in der Morten auf Justus schießt, denn nach 22 Uhr durften wir keinen Krach mehr machen. Damit beim Aufschlagen der Kugel auch Blut spritzt, hatte unser Producer aus einem Druckluft-Rohrreiniger aus dem Baumarkt ein Blutspritzer-Spezial-Gerät gebaut. Das leider beim ersten Take versagte. Inzwischen war es schon weit nach 22 Uhr. Aber einen Take wollten wir noch wagen, und er gelang.

ein Königreich für eine Wärmflasche

Am zweiten Tag kam mir die Kälte noch beißender vor als am ersten. Wir hatten diverse Wärmflaschen mitgebracht, die wir immer wieder mit heißem Wasser nachfüllten und die sich Cast und Crew abwechselnd unter die Klamotten schoben. Auch die Müdigkeit zehrte nun noch mehr an mir, denn inzwischen hatte ich 5 Nächte in Folge kaum geschlafen.
Wir kamen nicht voran wie geplant und mussten schließlich einen kleinen, aber wichtigen Handlungsstrang streichen. Nämlich wie Bobby Morten verarztet. Wir verzichteten darauf und wurden gerade zum Sonnenaufgang fertig.

Kabel putzen, aufräumen, einladen. Und schon waren die Dreharbeiten zu meinem ersten Kurzfilm auch schon wieder vorbei. Und ich konnte es kaum erwarten, mich an den Schnitt zu setzen.

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