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CFLS – 10 Dinge, die ich gelernt habe – Post mortem

CFLS sollte mir erste Erfahrungen als Regisseurin, erste Kontakte und einen ersten Film für’s Portfolio bringen. Dies hat es. Einige Crew-Mitglieder, die bei CFLS dabei waren, waren auch bei meinem zweiten Kurzfilm dabei. CFLS ist auf jeden Fall ein vorzeigbares Portfolio-Stück geworden und ich habe eine Tonne Erfahrungen gesammelt. Vor allem die Erfahrung, was ich beim nächsten Mal anders machen sollte. Hier 10 Dinge, die ich gelernt habe.

  1. Auflösung mehr mit dem Schnitt im Hinterkopf.

    Als wir für CFLS die Auflösung gemacht haben, dachte ich vor allem daran, alles von allen Seiten zu covern. Wir drehten viel zu viel Material, machten uns aber wenig Gedanken über besondere Einstellungen, Close ups oder Bewegungen. Beim nächsten Projekt will ich an die Auflösung mit dem Gedanken an den Schnitt gehen. Mit der Frage im Hinterkopf: Was will ich an dieser Stelle sehen? Und warum?

  2. Proben.

    Für CFLS hatte ich leider keine Gelegenheit zu proben, dabei wäre es schön gewesen, wenigstens einen Nachmittag mit den Vieren das Ganze mal durchzuspielen.

  3. Weniger selbst machen.

    Bei CFLS hatte ich die Ausstattung total unterschätzt. Im Vorfeld dachte ich, das könnte ich nebenher machen. Oder Bernadette, die Regieassistentin würde ein wenig auf die Requisiten achten. Dazu war aber kaum Zeit. Es wäre wesentlich angenehmer gewesen, jemanden am Set zu haben, der sich nur um die – zugegebenermaßen – überschaubaren Requisiten kümmert, dafür sorgt, dass sie nach jedem Take wieder an ihren Platz kommen. Das gleiche gilt für die Kostüme. Noch am Tag vor dem Dreh kaufte ich die Kostüme, die die Schauspieler also erst am Set anprobierten. Wir hatten für jeden mehrere Kostüme zur Auswahl, dass sie allerdings passten (und das nicht nur von der Größe) hatte eine Menge mit Glück zu tun.

  4. Der Kameramann meines Vertrauens.

    Alex Sachs und ich verstanden uns gut, keine Frage. Ich war froh, einen so erfahrenen Kameramann an meiner Seite zu haben und ich finde, CFLS sieht einfach großartig aus. Doch irgendwie sind wir nicht richtig miteinander warm geworden und haben inzwischen auch keinen Kontakt mehr. Für mein nächstes Projekt hätte ich gerne einen Kameramann, mit dem mich ein freundschaftliches Verhältnis verbindet. Denn ich glaube, dass das die Arbeit noch angenehmer und druckfreier machen könnte.

  5. Kontakt zur Crew.

    Dadurch, dass wir einige Crewmitglieder erst in letzter Minute gefunden haben, habe ich einige davon vorher gar nicht kennengelernt. Das war schade, denn während des Drehs hat man keine Zeit, sich ein bisschen zu unterhalten. Man bleibt distanziert und dadurch eventuell nach dem Dreh nicht mehr in Kontakt.

  6. Ballast abwerfen.

    Beim Dreh ist man für jede Hilfe dankbar. Doch wenn ich nochmal das Gefühl haben sollte, dass jemand nicht mit vollem Eifer dabei ist, werde ich nicht scheuen, die Hilfe abzulehnen. Denn leider hat CFLS gezeigt, dass man mit einem unmotivierten Set-Runner mehr Arbeit hat (und noch bei anderen Crew- Mitgliedern für schlecht Laune sorgt), als wenn man auf ihn verzichtet hätte.

  7. Gleich fragen.

    Um Hilfe zubitten, wenn man nichts als Gegenleistung zu bieten hat, fällt mir schwer. Doch selbst wenn die Bitte ausgeschlagen wird, hat man nichts verloren und ist genauso soweit wie vorher. Fragt man nicht, entgeht es einem vielleicht, dass jemand einem eine Menge Arbeit abnimmt. (Passiert bei CFLS beim Catering, einer sehr undankbaren Aufgabe, die mein Vater übernommen hat und uns das Essen sogar mitten in der Nacht ans Set fuhr.)

  8. Absprachen immer schriftlich.

    Im Artikel über unsere finale Location habe ich bereits darüber berichtet. Also: Absprachen immer schriftlich.

  9. Genug Strom.

    Den Dreh unterbrechen und alle Lampen ausschalten zu müssen, um das Essen aufzuwärmen, weil es sonst sämtliche Sicherungen raushaut, ist mehr als ärgerlich. Also: beim nächsten Mal sicherstellen, dass es genug Strom für alles gibt.

  10. Keine (oder zumindest weniger) Selbstzweifel.

    Ich war am Set von CFLS fast nur von Leuten umgeben, die mit dem, was sie da taten, Geld verdienen. Entsprechend klein fühlte ich mich. Rückblickend denke ich, dass wir alle in diesen lausig kalten Novembernächten in dieser zugigen Lagerhalle waren, weil ich diesen Film machen wollte. Das sollte doch auch etwas wert sein.

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