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Die Verlorene – verloren in Shotlist & Ablaufplan

Den Drehplan für DIE VERLORENE zu machen, war eine größere Sache. Bei CLUSTERFUCK war es ganz einfach. Alle Schauspieler und alle Crewmitglieder waren während des Drehs immer am Drehort. Es gab nur einen Drehort, an dem auch geschminkt und gegessen wurde. Die Schauspieler mussten sich zwischendrin nicht umziehen. Wir mussten nur darauf achten, dass wir beim Drehen keine Einstellung vergaßen.

Bei DIE VERLORENE sah das ein bisschen anders aus. Wir hatten mehrere Drehorte, der Film spielt an mehreren Tagen. Wir mussten Fotos vorproduzieren, die dann in der Wohnung des Stalkers hängen würden. Unsere Schauspielerin Anabel Möbius musste nicht nur in einer Rolle mehrfach die Outfits und das Styling wechseln, sondern spielte insgesamt 3 verschiedene Rollen.

Fotowand als Referenz für die Verlorene

Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, alles zu drehen und zu fotografieren und dabei keine Details zu vertauschen (wie zum Beispiel eine falsche Frisur oder das falsche Kleid für Anabel), bedurfte es genauer Planung.
Wir entschieden uns dafür an drei Tagen zu drehen. Der erste Drehtag würde nur mit Anabel sein. An diesem Tag würden wir die Fotos für die Fotowand machen und die Rückblende drehen.

Zwei Wochen später würden wir einen Tag nur mit unserem Schauspieler Jonas Eckert und einen Tag mit Jonas und Anabel drehen.

Kostümproben

Ich traf mich mit Anabel vor dem Dreh zur Kostümprobe und machte Fotos von ihr, in den verschiedenen Outfits. Unser Kameramann Marco Schulze und ich fuhren die einzelnen Drehorte ab und stellten schon mal die Fotos, die wir beim Dreh mit Anabel machen wollten. Aus diesen Storyboard-Fotos und den Fotos von der Kostümprobe erstellte ich eine Übersicht für den ersten Drehtag.

Daraus lässt sich genau nachvollziehen, an welchem Ort Anabel in welche Rolle und in welches Kleid schlüpfen musste, was wir dort drehen und was fotografieren wollten. Unsere Maskenbildnerin Britta Hess machte am ersten Drehtag Fotos von Anabel geschminkt, frisiert und im Kostüm. Denn genauso musste Anabel zwei Wochen später am dritten Drehtag wieder aussehen.

Abgesehen davon gab es einen Ablaufplan, in dem genau festgelegt war, wer wann wo zu sein hatte, wer wann mit wem von wo nach wo fahren sollte und warum. Die Zeiten in diesem Plan waren großzügig, denn zu Verzögerungen kann es immer kommen.

wo muss ich hin?

Für den zweiten und dritten Drehtag machten wir eine Shotlist, die wir während dem Dreh abhaken konnten. Aber auch für diese beiden Drehtage gab es einen Ablaufplan mit Treffpunkten, Pausenzeiten und einem Stadtplan, auf dem die Drehorte eingezeichnet waren.

Ablaufplan für den Dreh von Die VerloreneDie Ablaufpläne gab es in mehreren Fassungen. Zuerst sehr grob, dann immer genauer, bis ich das Gefühl hatte, die ideale Reihenfolge für unseren Dreh gefunden zu haben. Aber bei all der Vorbereitung hatte ich immer das leise Gefühl, etwas vergessen zu haben. Und je mehr wir planten, um so lauter wurde dieses Gefühl. Am Ende lief dann aber alles glatt. Den zeitlichen Puffer, den wir in die Planung eingerechnet hatten, brauchten wir allerdings. So verzögerte sie am ersten Drehtag der Beginn des Drehs wegen Verschlafens. Am zweiten Drehtag schaften wir die Dunkelkammer-Szene nicht, die wir aber am dritten Tag nachholen konnten, weil dort genug Puffer eingebaut war.

Ich empfehle jedem, lieber dreimal über die Planung und Abläufe seiner Drehtage nachzudenken. Denn man kann eine Menge Zeit und Fahrerei sparen, wenn man die Drehorte entsprechend in einem Ablaufplan organisiert, nach dem sich alle Cast- und Crewmitglieder richten können.

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