Zurück zum Content

Ideen – Woher nehmen und nicht stehlen? Oder doch?

Ideenfindung sollte beim Schreiben eigentlich der leichteste Teil sein. Denn wenn ich keine Idee habe, über die ich schreiben will, vielleicht sollte ich dann das Schreiben lassen.
Ich möchte hier trotzdem die Frage stellen: Wie findet man Ideen?
Für mich gibt es ganz unterschiedliche Wege, zu einer Idee zu kommen, über die ich schreiben will. Einige davon möchte ich hier kurz erläutern.

Ideen durch Vorgaben

Für Clusterfuck Love Story und Die Verlorene habe ich mir selbst Vorgaben gemacht, um die herum ich eine Geschichte bastelte. Als Vorgabe kann man einen Drehort wählen, einen bestimmten Schauspieler, einen Gegenstand oder eine Dialogzeile, die auf jeden Fall im Film vorkommen muss.
Das Budget kann eine Vorgabe sein oder die Drehzeit, beispielsweise wenn man selbst und/oder Cast und Crew Brot-Jobs haben und nur nachts oder an den Wochenende gedreht werden kann.
Ideenfindung – Charaktere
Ich bin oft fasziniert von Nebenfiguren in Filmen. Daraus lassen sich prima (Kurz-)Filme entwickeln. Selbst aus den schlechtesten Filmen kann man so Inspiration ziehen. Zum Beispiel, in dem man sich fragt, wie eine Nebenfigur in diese Geschichte hineinstolpern konnte, oder in dem man sich zurechtspinnt, was die Figur wohl macht, nachdem die Hauptfiguren weitergezogen sind und die Nebenfigur für den Film nicht mehr relevant ist.

Berghang im Nebel - ein Anblick, der Ideen fließen lässtIdeen durch Bilder

Manchmal sehe ich ein Bild (vor mir oder in meinem Kopf), das mich eine Geschichte spinnen lässt. Das Bild muss nicht der Anfang oder das Ende der Geschichte sein, muss nicht einmal exakt so in der Geschichte vorkommen. Ähnlich wie bei Songs ist es mehr das Gefühl, dass mir das Bild gibt, das mich inspiriert.

Ideen durch Songs

Das Theaterstück ELFENWALD, das ich vor mehr als 15 Jahren schrieb und das ich nun zu einem Drehbuch umarbeite, entwickelte sich aus einem Song von Billy Joel. Heute kann ich das Lied nicht mehr hören, weil es so schmalzig ist. Aber als Teenager inspirierte es mich, von einer Szene zu träumen, in der ein Mädchen eben dieses Lied für einen Verdammten singt und ihn damit rettet. Wie diese Rettung aussah, wer dieses Mädchen war und was es mit dem Verdammten auf sich hatte, wußte ich noch nicht. Aber schnell entwickelte sich daraus das Märchen, dass dann als ELFENWALD aufgeführt wurde.

Ideen durch News & Dokus

Es gibt immer wieder Themen in den Nachrichten oder in Dokumentationen, die mich nicht mehr loslassen. Dabei meine ich nicht, dass mich eine konkrete Geschichte aus einer Dokumentation so sehr interessiert, dass ich daraus einen Spielfilm machen wollen würde. Nein, es ist mehr die Übertragung bestimmter Fakten in einen fiktionalen Kontext, die ich dabei spannend finde. Zum Beispiel las ich über die Jahre immer wieder über Profile von Straftätern. In Polizeiberichten wird bekanntgegeben, dass die meisten Verbrechen von Männern in einer bestimmten Altersgruppe mit einem bestimmten sozialen Hintergrund. Daraus wurde die Idee zum Kurzfilm RISIKOFAKTOR.

Ideen durch unbefriedigende Filmerlebnisse

Oft, wenn ich von einem Film oder Buch enttäuscht bin, kommen mir sofort Gedanken dazu, wie man es hätte besser machen können. Warum hat der Kommissar in dem Krimi so gehandelt und nicht so? Warum passierte am Ende nicht das? Es wäre viel dramatischer gewesen, wenn der Film so geendet hätte. Ich habe damit gerechnet, dass dieser Charakter irgendwann dies oder das tut.
Oft sind es nur Verbesserungen, die mir in den Sinn kommen. Manchmal entwickeln sich aus solchen „Verbesserungs-Ideen“ jedoch Ideen für eigenständige Geschichten, die dann kaum noch etwas mit der Geschichte zu tun haben, aus der sie einmal entstanden sind.

Gib als erster einen Kommentar ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.