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with the end in mind – Lektionen von einem Mariachi

with the end in mind – Lektionen von einem Mariachi Posted on 28. Juli 2017
Eigentlich Diplom-Designerin, jedoch im Haut und Haaren und seit Jahren Autorin und Filmemacherin.

Zwei Dinge habe ich aus der nochmaligen Lektüre von REBEL WITHOUT A CREW mitgenommen:
1. Das Unspannendste an der MARIACHI Produktion war wohl der Dreh.
2. Die Aufforderung: start with the end in mind.

Für mich als Autorin ist das sowieso Gebot. Bevor ich den ersten Satz aufschreibe, weiß ich, wie meine Geschichte enden wird. Nur so kann ich dafür sorgen, dass alle Fäden in diese Richtung laufen und alle Wege sich zum Ende hin kreuzen.

Doch hier ist gemeint, Projekte nicht anzugehen, wenn man nicht weiß, wohin die führen sollen. EL MARIACHI sollte seine Produktionskosten durch den Verkauf an den spanischen direct to video Markt reinholen. (Wir alle wissen, dass dieser Plan nicht aufging…)

Ein Ziel für Projekte zu definieren, hat für mich drei besondere Vorteile:

1. Überprüfbarkeit

Ob ein Drehbuch, ein Film oder ein Roman gut oder schlecht ist, ist meist (nicht immer) subjektiv. Ob ein Drehbuch verfilmt wurde, ein Film auf einem Festival lief oder ein Roman verlegt wurde, ist überprüfbar. Sich von subjektiven Kriterien zu lösen und Ziele zu verfolgen, die objektiv überprüfbar sind, kann befreiend sein. Denn das Streben nach (schwer messbarer) Qualität, ist oft ein Krieg mit den eigenen überhöhten Ansprüchen. Und führt zu nichts weiter, als Erschöpfung und Frust.

2. Abschluss

Nebeneffekt der Überprüfbarkeit ist der Abschlusspunkt. Ein sehr gutes Drehbuch zu schreiben, kann ewig dauern. Wann ist es gut? Wann nur okay? Wenn man sich jedoch vornimmt, es zu verkaufen, ist damit ein Schlusspunkt definiert. Ist das Drehbuch gut genug, dass ein Produzent es einem abkauft, hat man sein Ziel für dieses Projekt erreicht. (Die Falle hier ist natürlich, dass man das Drehbuch erstmal so rund schreiben muss, dass man sich traut, es einem Produzenten vorzustellen.)

3. Disziplin

Ein Drehbuch zu schreiben, einen Film zu machen (selbst einen Kurzfilm) sind langwierige Aufgaben. Motivation kann sich da manchmal rar machen. Und wenn sie es tut, braucht es Disziplin. Ein selbstgestecktes Ziel für das Projekt kann da helfen. Denn es ist einfach zu sagen: ich gehe einer neuen Idee nach, wenn das Ziel war, ein Drehbuch zu schreiben. Wenn das Ziel jedoch ist, ein bestimmtes Drehbuch zu verkaufen, dann fällt es schon schwerer, das Projekt abzubrechen. Mir jedenfalls.

Also beim nächsten Projekt: start with the end in mind.