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form follows fiction

form follows fiction Posted on 4. Januar 2018
Eigentlich Diplom-Designerin, jedoch im Haut und Haaren und seit Jahren Autorin und Filmemacherin.

Es  ist Zeit für etwas Neues in Sachen Blog-Design. Nicht nur, weil gerade Jahreswechsel war (und mein Theme-Abo ausläuft – ähem), sondern auch, weil sich die Form  meines Blogs, dem Inhalt anpassen soll.

Form follows function. Wie oft habe ich mir das im Studium anhören müssen. (Kommunikations-Design, falls jemand fragt.) Im besten Fall immer und überall. Also auch beim Geschichtenerzählen?

Wenn ich ein Buch lese, geht es mir oft so, dass ich denke: ‘Man, das sollte jemand verfilmen.’ Natürlich meist, weil ich die Geschichte gerne noch einmal neu erleben würde, möglichst ohne all die Dinge zu verlieren, die ich am Buch so geliebt habe. Doch manchmal auch, weil ich das Gefühl habe, dass die Geschichte im Buch nicht genug Platz gefunden hat. Eigentlich einen viel größeren Rahmen braucht. Denn ich sehe mir eine epische Schlacht lieber auf der Leinwand an, als sie auf 100 Seiten zu lesen. Ich erarbeite mir die Nuancen einer Geschichte lieber, indem ich mir den Film ein zweites Mal ansehe und auf die winzigen visuellen Details achte, als sie im Text beim ersten Lesen bereits zu durchschauen.

Damit will ich nicht sagen, dass Romane sich nicht geeignet sind für epische Erzählungen oder leise Hinweise. Überhaupt nicht. Mir geht es mit Filmen oft ähnlich, nämlich dass ich mich frage, warum man daraus einen Film gemacht hat und nicht lieber einen Roman oder gar ein Hörspiel. Wenn alles im Dialog erzählt wir, alles Drama und Suspense im Dialog steckt, warum nicht ein Hörspiel daraus machen? Warum den Zuschauer mit Bildern langweilen, anstatt ihm einen Hörgenuß zu bereiten, der seines gleichen sucht?

Natürlich weiß ich, dass das Medium, indem eine Geschichte erzählt wird, von vielen Faktoren abhängt. Nicht zuletzt von der Vorliebe es Erzählers. Doch für all diejenigen, die sich nicht auf ein Medium festgelegt haben, wäre es doch ganz schön, mal darüber nachzudenken, ob das aktuelle Projekt nicht besser in einem anderen aufgehoben wäre.