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konservieren oder gären lassen – wohin mit den Ideen

konservieren oder gären lassen – wohin mit den Ideen Posted on 10. Januar 2018
Eigentlich Diplom-Designerin, jedoch im Haut und Haaren und seit Jahren Autorin und Filmemacherin.

Ich muss zugeben, dass ich nicht alle Ideen aufschreibe, die mir in den Kopf kommen. Diese kleinen Schnipsel, Szenen, Dialog-Fetzen, halte ich grundsätzlich nicht für gut genug, um sie auf Papier festzuhalten. Sind sie es doch – so glaube ich – werde ich mich daran erinnern, wenn sie irgendwann relevant werden.

Was ich allerdings aufschreibe, sind kurze Abrisse von Stories, die mir einfallen. Sobald eine Geschichte einen Anfang und ein Ende hat, wenn auch nur vage, schreibe ich sie auf. Die Mitte wird sich dann beim Schreiben schon finden, ist meine Hoffnung.

So habe ich im Laufe der Jahre auf meinem Laptop einen ganzen Ordner gefüllt mit dutzenden Abrissen für Kurzfilme, Kurzgeschichten, Drehbücher und Romane.

Es hat für mich etwas Befreiendes, eine Geschichte aufzuschreiben. Denn dann kann ich sie getrost vergessen. Ich weiß ja, dass ich darauf zurückgreifen kann, wenn ich Zeit und Lust habe, daraus ein Schreibprojekt zu machen.

Als ich gestern jedoch mal wieder in diesem Ideen-Ordner stöberte, fiel mir auf, dass sich keine der Ideen weiterentwickelt hat, seit ich sie aufgeschrieben habe. Ich musste mich richtig anstrengen, um mich an Details der Geschichte zu erinnern, die ich nicht aufgeschrieben hatte.

Der Prozess des Aufschreibens scheint die Ideen so zu konservieren, dass sie nicht gären können. Das tun die Ideen nur in meinem Kopf, solange sie nicht niedergeschrieben sind. Oder, wenn ich sie dann tatsächlich als Schreibprojekt angehe.