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client from hell – mein eigener Kunde sein

client from hell – mein eigener Kunde sein Posted on 12. Januar 2018
Eigentlich Diplom-Designerin, jedoch im Haut und Haaren und seit Jahren Autorin und Filmemacherin.

Grafik-Design war nie wirklich meins. Trotz Kommunikations-Design-Studium bin ich weder mit Web-Design, noch mit Typografie oder Plakatgestaltung warm geworden. Einige kleine Grafik-Jobs habe ich trotzdem gemacht und mich jedesmal hindurchgequält.
Den schlimmsten Job, den ich als Designer je hatte, war jedoch die Gestaltung meiner eigenen Webseite.

Wenn es keine Deadline gibt und kein Budget, dann kann man ewig überarbeiten, dann findet man immer wieder die letzte winzige Kleinigkeit, die nicht genau so ist, wie man sie gerne hätte. Und je mehr Gestaltungsmöglichkeiten es gibt, um so schlimmer ist es. Denn man kann sich schon ewig an der Frage aufhalten: Header-Bild oder nicht? Und wenn ja, kann man nochmal die gleiche Ewigkeit damit verbringen, ein passendes Bild zu finden.

Ich gebe zu, dass ich mehrere Monate gebraucht habe, um mich für mein erstes “bleibendes” Theme für diesen Blog zu entscheiden. Doch ich dachte, die Optionen, die mir in der freien Version zur Verfügung standen, seien nicht genug. Ich wollte doch so gerne die Schriften ändern und die Farben und mir aussuchen, in wie vielen Spalten meine Blog-Beiträge in der Übersicht erscheinen. Also kaufte ich die Pro-Version des Themes und damit fingen die Probleme erst an.

Ich darf gar nicht darüber nachdenken, wie viele Abende und Nächte ich vor dem Rechner gesessen habe und die scheinbar endlose Liste an möglichen Fonts durchgegangen bin. Nur um jedes mal – nach einem panischen Blick auf die Uhr – doch wieder zu den Defaults zurückzukehren.

Wäre ich mein eigener Kunde gewesen, hätte ich vermutlich umgeschult. Hätte ein Kunde mir gesagt: ‘Ich hätte gerne einen anderen Font für die Überschriften. Aber ich weiß nicht so genau was. Vielleicht eine Serifenlose. Oder doch nicht. Was Filigranes. Oder irgendwie bold. Ich weiß nicht. Schlag doch mal was vor.’ Ich wäre ausgerastet.

Doch wenn es um die eigene Webseite, den eigenen Blog geht, ist das etwas Anderes. Oder doch nicht?

Für mein prokrastinierendes Ich vom letzten Jahr war das Blog-Design immer eine willkommene Ablenkung von wichtigeren Aufgaben. Inzwischen lobe ich mir ein Theme mit nicht mehr als drei Gestaltungs-Optionen. So dass ich mich – ohne über die Form nachdenken zu müssen – in den Inhalt stürzen kann.