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Zwischenschritte zwischen Zwischenschritten

Zwischenschritte zwischen Zwischenschritten Posted on 26. Januar 2018
Eigentlich Diplom-Designerin, jedoch im Haut und Haaren und seit Jahren Autorin und Filmemacherin.

Als ich mein Abi in der Tasche hatte, wollte ich zum Film. Dazu musste man erstmal den Zwischenschritt über das Studium gehen, wurde mir gesagt. Das Studium an der Filmhochschule natürlich. Ich fuhr zum Tag der offenen Tür nach München, recherchierte im Internet die Einreichfristen und Bewerbungsaufgaben der renomierten Filmhochschulen und musste feststellen, dass das alles nicht so einfach war, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich dachte, die Aufnahmeprüfung sei der Schritt, der zwischen mir und der Filmhochschule stehen würde. Doch es gab da noch eine Menge weiterer Zwischenschritte: Bewerbungsaufgaben, die ausgearbeitet, Bewerbungsfilme, die gedreht und Praktika, die gemacht werden sollten.

Dabei wollte ich doch gar kein Praktikum machen. Ich wollte ja eigentlich nicht mal auf die Filmhochschule. Was ich eigentlich machen wollte waren Drehbücher schreiben und Filme drehen. Doch der Zwischenschritt über die Filmhochschule war zwingend nötig. Das hörte ich von überall.

Also machte ich ein Praktikum und dann noch eins und dann verschlug es mich zum Kommunikations-Design-Studium, um erstmal genug Erfahrung in der Bildgestaltung zu sammeln, um dann einen ordentlichen Bewerbungsfilm zu drehen.

Nach dem Diplom stand dann wieder die Frage im Raum: Was nun?

Ich wollte ja zum Film. Also bewarb ich mich bei einer Filmproduktion, als Praktikantin für einen Web-TV-Sender. Klar, das war nicht, was ich machen wollte. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung, denn dann wäre ich ja schon mal bei einer Filmproduktion angestellt.

Ich bekam den Job und war wenig später Redakteurin dieses Web-TV-Senders. Und auch für die nächsten Jahre. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass das nur ein Zwischenschritt sei. Dass mich das, was ich gerade machte, irgendwann zum heiligen Gral Kinofilm bringen würde.

Als ich dann endlich – ohne je auch nur den Hauch einer Chance auf einen Regie-Gig zu haben – bei dieser Produktionsfirma aufhörte und mich fragte, was der nächste Schritt für mich sein könnte, bot sich die Gelegenheit, bei der Filmförderung zu arbeiten. Auch hier dachte ich: Super, das ist der nächste Schritt in Richtung Langfilm. Das mache ich.

Hier dauerte es nicht ganz ein Jahr, bis mit klar wurde, dass ich genug Zwischenschritte gegangen bin. Ein weiterer Job in einer weiteren Produktionsfirma wird mich nicht näher an mein Ziel bringen.

Zu dieser Einsicht zu kommen hat so lange gedauert. Und auch jetzt ist es für mich oft schwer, nach dieser Erkenntnis zu handeln. Jedes Mal, wenn mir ein Job angeboten wird, denke ich: Das könnte gut sein für Kontakte, das könnte mich wirklich weiterbringen. Die Frage ist nur, ob in die richtige Richtung.